Was ist eine Mantra Meditation?

Mantras sind heilige Silben und Wortfolgen, Sprüche, oder Lieder, die gesprochen, gesungen oder in Gedanken gesagt werden. Seit Jahrtausenden dienen sie dem Gebet, der Meditation und der Erkenntnis. Heute sind sie Fixpunkt in der Meditation und im Yoga, da sie den Geist beruhigen. Hier erfährst du, welche Mantras es gibt, wie eine Mantra Meditation funktioniert, und es wartet eine spezielle Podcastfolge mit einem Mantra für inneres Gleichgewicht.

Was ist ein Mantra?

Kurz und simpel, ein Mantra ist eine Silbe oder eine Wortfolge, die du während der Meditation wiederholst und für dich rezitierst. Mantra stammt aus dem Sanskrit, der Sprache der alten indischen Gelehrten. Das Wort setzt sich aus den zwei Silben zusammen „man“ stammt von Geist (manas) und „tra“ ( tram steht für Instrument oder Schutz). Übersetzt bedeutet Mantra somit ein Instrument des Geistes oder auch Schutz für den Geist.

Aus der buddhistischen und hinduistischen Tradition heraus, und helfen sie uns durch den speziellen Klang unseren Geist wieder beruhigen, das Herz zu öffnen und das innere Gleichgewicht zu fördern. So gewinnen wir Abstand von den vielen Gedanken, die durch unseren Kopf sausen.

Was kann ein Mantra?

Worte und Klänge haben eine starke Wirkungen auf unseren Geist und unsere Seele. Das Ziel bzw. das Ideal ist also, dass, während das Mantra rezitiert wird, sich der Geist an die positiven Inhalte der Worte des Mantras bindet und sich somit nicht mit anderen negativen oder abschweifenden Gedanken beschäftigen kann.

Aus der christlichen Tradition kennen wir das Gebet, das wir ebenfalls laut, stumm oder auch singend vortragen oder singen.

Im moderneren Sinne können Mantras auch als eine Art Leit- oder Sinnspruch verstanden werden, die wichtige Kernaussagen, Wünsche oder positive Glaubenssätze beinhalten.

Wie meditiere ich mit einem Mantra?

Wie du eine Mantra am besten in eine Meditation einbaust, zeige ich dir in dieser Podcastfolge.

Mantra Meditation für inneres Gleichgewicht

Podcastfolge#32 Mantra Meditation für inneres Gleichgewicht

Mantra: OM RAM RAMAYA

Der Ursprung der Mantras

In der Tradition des Hinduismus, Buddhismus und in unzähligen fernöstlichen Traditionen, Glaubensrichtungen und Heilsystemen bilden Mantras einen festen Bestandteil der spirituellen Praxis. Gemeinsam ist ihnen die Annahme, dass Worte und Klänge starke Wirkungen auf den Geist und die Seele haben. Mit dem Ausbreiten verschiedener Glaubenssysteme und Traditionen entwickelte sich eine immer größere Zahl und Vielfalt an Mantraformen und -melodien. Ein Mantra wird traditionell in seiner Ursprungssprache, meist Sanskrit, belassen.

Die Geschichte der Mantras

Zu finden sind Mantras in den ältesten, hinduistischen Yogatexten, den sogenannten Veden oder den Upanishaden. Zu den ältesten Mantras gehören die Opferformeln und Gebete der Veden. Sie schreiben dem Mantra die Wirkkraft zu, mit der Schwingung der Götter in Verbindung zu treten. Zum Beispiel mit Surya, dem Gott der Sonne und des Lichts. In dieser Frühzeit des Yoga vor etwa 3.000 Jahren dienten Mantras als eine Brücke zwischen der Welt der Götter und der Welt der Menschen.

Ab etwas 800 vor Chr. zeigen die hinduistischen Schriften (Upanishaden), dass der Gebrauch von Mantras zu einer einer inneren Angelegenheit wurde. Mantras, vor allem auch das OM sollten den Menschen helfen, sich ganz zu verinnerlichen. Zu dieser Zeit wurden Mantras vor allem dazu benutzt, den Geist zu beruhigen und durch die Art des Klanges bestimmte Bewusstseinszustände einzuleiten und zu etablieren. Das gilt auch für den Buddhismus. Hier dient das Mantra dazu, die ursprüngliche Vollkommenheit alles Lebendigen und die Energie des im Menschen innewohnenden Potenzials hervorzurufen und zu wecken.

Welche Mantras gibt es?

Das Mantra OM

Es ist wohl das populärste Mantra , das Einzug in unserer westlichen Welt gehalten hat. Bei dem Klang OM, der eigentlich aus den drei Lauten A-U-M besteht, handelt es sich um eine heilige Silbe, die dem Urklang entspricht und aus dessen Vibration das gesamte Universum entstanden sein soll.

Häufig steht es auch symbolisch für die Weltseele„Ebenso wie eine Spinne an ihrem Faden aufsteigt und in den freien Raum gelangt, ebenso steigt der Meditierende mit der Silbe OM auf und erlangt die vollkommene Freiheit“, heißt es in der Maitri Upanishad (VI,22), denn „durch das Wort wird das Schweigen geoffenbart. Dieses Wort ist OM. Durch dieses Wort steigt (der Meditierende) auf und findet im Schweigen Ruhe.“

Das Mantra SO HAM

Eines der bekanntesten Mantras der upanishadischen Zeit ist „so ham“. Das Mantra wird mit dem Atem verbunden und erinnert den übenden ständig an einen der Kernsätze des indischen Wissens: „Du bist das (Eine). Du warst und bist nie getrennt vom großen Ganzen!“

Probiere es einfach aus, in dieser Form wende ich das Mantra gerne an:

Einatmen ICH (SO), Austatmen BIN (HAM)

Das Mantra RA MA DA SA SAY SO HUNG

Dieses Mantra zählt zu meinen Lieblingsmantras.

Es aktiviert die Selbstheilungskräfte und die Heilung anderer. Das Mantra wirkt auf der mentalen, spirituellen, körperlichen und emotionalen Ebene. Das Mantra kann gesungen werden oder gesprochen werden

RA – symbolisiert die Sonne
MA – symbolisiert den Mond
DA – symbolisiert die Erde
SA – symbolisiert die Unendlichkeit
SA – symbolisiert die Unendlichkeit
SAY – symbolisiert das Du
SO HUNG – symbolisiert die persönliche Identität

Hier geht es zu der wunderbar gesungenen Version von Snatam Knaur.

Mit Mantras Ängste und negative Gefühle transformieren

Es gibt also spezielle Mantras für spezielle Bedürfnisse. Wähle ein Mantra aus, das dir entspricht und übe damit. In jedem Fall dient es dir dazu, das Gedankenkarussell abzuschalten und den Geist zu beruhigen.

Ein Mantra öffnet auch die Wahrnehmung für die schönen Dinge. Versuche einmal während eines einmal während eines Spaziergangs ein Mantra und bleibe dabei ganz wach und präsent. In Krisensituationen kann das Mantra als „Erste Hilfe“ dienen, indem wir seine Energie als Kraftquelle zum Ort des Geschehens holen. Dinge entwickeln sich dann anders. Du fühlst dich beschützt. Dein Geist wird ruhig. Du handelst nicht mehr kopflos, sondernder Situation angepasst.

Die Ungewissheit aushalten – Meditieren mit einem Mantra

In Podcastfolge#25 wartet ebenfalls eine spezielle Mantra-Meditation für dich vorbereitet. Sich dem Fluss des Lebens anvertrauen und die Ungewissheit aushalten. Das Mantra in der Meditation lautet Om Nam Gamah – es richtet unser Bewusstsein auf den Fluss des Lebens aus und bedeutet: Mein Bewusstsein erweitert sich grenzenlos.

Podcastfolge#25: Die Ungewissheit aushalten.

Mantra: OM NAM GAMAH